Ostern 2026: Wenn der Friede stirbt – und die Hoffnung bleibt
Zwei Gedichte zwischen Karfreitag und Auferstehung
„Verrücktheiten" – das erste Gedicht liest sich wie eine Karfreitags-Meditation. Der Ruf nach Frieden wird zum Hohn, wenn ihm nur der Tod folgt:
Verrücktheiten
Wer nicht verrückt wird in der Welt,
scheint selbst verrückt – bis er sich stellt
dem, was ihn zum Verrückt-sein treibt,
wenn Friede weit in Ferne bleibt.
Solange Macht unbändig, wild
nur noch lauthals nach Frieden brüllt,
wird Ruhm verpasst, den nicht erwirbt,
wer duldet, dass der Friede stirbt.
Der Ruf nach Frieden wird zum Hohn,
folgt ihm nur bitterer Tod als „Lohn".
Wie bewahren wir inneren Frieden, wenn die Welt tobt? Das zweite Gedicht sucht nach Gelassenheit – und findet am Ende die Frage, die seit Jahrhunderten die Passionszeit prägt:
Größte Kunst
Die größte Kunst in dieser Zeit
ist stoische Gelassenheit.
Wenn die Welt auch noch so tobt
– wer nun Gelassenheit gelobt,
begibt sich auf sehr schmalen Grat,
der neben sich Untiefen hat.
Neutral zu bleiben – dies wird schwer
und reißt die Seele hin und her.
Eine Lösung – kaum in Sicht –
wäre Sehnsucht, letztlich Pflicht.
Was den inneren Frieden stört:
Ob der Himmel es erhört,
dass die Guten sich zwar müh'n,
schließlich doch den Kürzeren zieh'n?
Viele seufzen doch: Oh, Gott,
wann kommt Hilfe in der Not?
Das Osterfest ist seit jeher die Antwort auf dieses Seufzen: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Durch die Dunkelheit des Karfreitags hindurch leuchtet das Licht der Auferstehung.
Möge die Zuversicht in Ihren Herzen wohnen.