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Wenn BĂĽcher brennen: Ein Abend fĂĽr die Freiheit des Wortes

Das AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass® erinnert an verfemte Schriftstellerinnen und Schriftsteller – mi

AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass®

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Wenn BĂĽcher brennen: Ein Abend fĂĽr die Freiheit des Wortes

 

Symbolfoto KI

Wenn Bücher brennen: Ein Abend für die Freiheit des Wortes

Das AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass® erinnert an verfemte Schriftstellerinnen und Schriftsteller – mit sieben Lesungen, sieben Liedern und einer alemannischen Stimme der Freiheit.
[apg] Am 14. April stehen sieben Mitglieder des AutorenNetzwerks im Illenau-Atelier gemeinsam auf – für Meinungsfreiheit, Demokratie und die Kraft des geschriebenen Wortes. Im Gepäck: Texte von Else Lasker-Schüler, Erich Kästner, Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Irmgard Keun, Bertha von Suttner und Johann Peter Hebel.
Achern  •  AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass  •  Demokratie
 

Sieben Stimmen gegen das Vergessen

A m 10. Mai 1933 loderten in deutschen Universitätsstädten die Scheiterhaufen. Tausende Bücher von jüdischen, marxistischen, pazifistischen und anderen nicht dem damaligen Mainstream folgenden Autorinnen und Autoren wurden öffentlich verbrannt – und mit ihnen Menschenrechte, Menschenwürde und die Freiheit des Denkens. Am Montag, dem 14. April, ab 19:30 Uhr erinnert das AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass® im Atelier der Illenau-Werkstätten in Achern an jene verfemten Stimmen, die zum Schweigen gebracht werden sollten und deren Worte dennoch überdauert haben.

Sieben Lieder, sieben Lesungen

Sieben Mitglieder des AutorenNetzwerks tragen an diesem Abend aus sieben einst verbrannten oder verfemten Werken vor und begleiten die Lesungen mit sieben Liedern. Sie lesen nicht als Einzelne – sie lesen stellvertretend: für die Gemeinschaft des Netzwerks, für das Anliegen, das dieser Abend trägt, und für alle, denen die Freiheit des geschriebenen und gesungenen Wortes am Herzen liegt.

Auf dem Programm stehen Texte von Else Lasker-Schüler, deren expressionistische Lyrik den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge war. Von Erich Kästner, der 1933 zusehen musste, wie seine eigenen Bücher ins Feuer geworfen wurden. Von Heinrich Heine, der hundert Jahre vor den Scheiterhaufen schrieb: „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen." Von Bertolt Brecht, Irmgard Keun und Bertha von Suttner, deren pazifistischer Roman „Die Waffen nieder!" den neuen Machthabern unerträglich war.

Eine alemannische Stimme der Freiheit

Unter die sechs Verfemten mischt sich ein Siebter, der auf keiner Verbotsliste stand: Johann Peter Hebel. Der alemannische Dichter und Erzähler, geboren ausgerechnet am 10. Mai – jenem Kalendertag, an dem 1933 die Scheiterhaufen brannten –, war den Nationalsozialisten als vermeintlicher „Heimatdichter" willkommen. Doch wer Hebel wirklich liest, findet einen anderen Geist: Im „Zundelfrieder" und in seinen Kalendergeschichten steckt ein freiheitliches, obrigkeitskritisches Denken, das die Rebellen der Badischen Revolution inspirierte. Hebel war ihnen Inbegriff der Sehnsucht des Menschen nach Freiheit und Gerechtigkeit.

Dass er an diesem Abend im Kreis der Verfemten steht, ist bewusst gewählt: Sein Beispiel zeigt, welch starken Einfluss viel gelesene Schriftstellerinnen und Schriftsteller auf den Zeitgeist haben können – und dass es genau dieser Einfluss war, den Despoten und ihre willigen Vollstrecker fürchteten. Bücher wurden verbrannt, weil sie das Volksbewusstsein prägten, veränderten und Widerstand wecken konnten. Hebel, grenzüberschreitend bekannt und verehrt, ein Alemanne durch und durch, macht diese Macht des Wortes greifbar – gerade hier, in seiner Region.

Ein Abend, der über das Erinnern hinausgeht

Am 18. März 2026 wurde in Deutschland unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erstmals der „Tag der Demokratiegeschichte" begangen. In diesem Geist versteht das AutorenNetzwerk seinen Abend nicht nur als Rückblick. Seit Jahren, so heißt es in der Einladung des Netzwerks, erstarke das Denunziantentum neu. Ausgrenzung und Intoleranz nähmen zu. In den sogenannten sozialen Medien brodele es unter dem Deckmantel falscher Identitäten vor Hass und verbaler Gewalt. Angst gehe um und die Sorge, ob man noch sagen könne, was man denke.

Das AutorenNetzwerk stellt sich dagegen. Gemeinsam für Frieden, Demokratie, Mitmenschlichkeit und Freiheit. Der Abend ist Erinnerung und Ermutigung zugleich – und eine Einladung an alle, die Stimme zu erheben, solange man es noch kann.

Termin: Montag, 14. April 2026, 19:30 Uhr
Ort: Atelier der Illenau-Werkstätten, Illenauer Allee 54, Achern
Eintritt: 10 € (Abendkasse). Bei Reservierung Bonuskarte.
Reservierung: info@editionblauestunde.com

Informationen und Termine: www.autorennetzwerk-ortenau.de