Klaus Huber: Refugium und inneres Ringen
Der Acherner Lyriker gewährt Einblick in seinen kreativen Rückzugsort – und kündigt eine neue Rubrik an
Der Ort, an dem die Verse entstehen
Es gibt Orte, die mehr sind als vier Wände. Der Schreibgiebel von Klaus Huber ist so ein Ort. Hoch oben, mit Blick über den Dachsbuckel, steht dort sein kleiner, gemütlicher Schreibtisch – und wenn der bald 80-jährige Lyriker sich dorthin zurückzieht, geschieht etwas Besonderes: Die Gedichte kommen zu ihm.
„Immer, wenn ich mich in den Schreibgiebel zurückziehe, geht es nicht lang, bis mir wieder ein neues Gedicht einfällt", erzählt Klaus Huber. Dieser Zusammenhang zwischen Ort und Inspiration hat ihn nun zu einem neuen Gedicht bewogen – und zu einer Idee, die seine Leser freuen dürfte.
Refugium – Wo Gedanken freien Lauf haben
Das erste Gedicht ist eine Liebeserklärung an seinen Schreibgiebel. Es beschreibt, wie der Rückzug in diesen besonderen Raum den Alltag hinter sich lässt und neue Kraft spendet:
Refugium
Bislang aus des Alltags Ăśbel
befreit mich wirksam der Schreibgiebel,
wohin ich mich zurĂĽckziehe,
manchem Trubel gern entfliehe.
Freien Lauf haben Gedanken
ohne auferlegte Schranken.
Aus ihm steige ich dann munter
und gekräftigt wieder runter,
um nach tief erlebtem Frieden
Alltag neu die Stirn zu bieten.
Was für ein Bild: Der Dichter steigt hinauf in seinen Giebel, lässt den Trubel unten zurück, und oben – in der Stille – dürfen die Gedanken frei sein. Keine Schranken, keine Normen, nur der reine Fluss der Inspiration. Und dann, gestärkt und „munter", kehrt er zurück in die Welt, um ihr „neu die Stirn zu bieten".
der inneren Einkehr – jeder braucht sein Refugium.
Inneres Ringen – Den eigenen Weg gehen
Das zweite Gedicht greift tiefer. Es handelt von der Treue zu sich selbst, vom Mut, eigene Wege zu gehen, auch wenn nicht alle sie verstehen:
Inneres Ringen
So manche Wege musst du gehen,
wenn auch nicht alle sie verstehen.
Was wir in unserem Leben treiben
– es geht darum, sich treu zu bleiben.
Nicht hilfreich wirken alle Normen,
die es verhindern, uns zu formen.
Werte, an denen wir uns messen,
werden die nach uns kaum vergessen.
Hier spricht die Erfahrung eines langen Lebens. Klaus Huber weiß: Nicht jeder Weg, den wir gehen, findet Verständnis. Aber das darf uns nicht davon abhalten, authentisch zu bleiben. Die „Normen", von denen er spricht, sind jene äußeren Erwartungen, die uns manchmal mehr einengen als formen.
werden bleiben – auch wenn wir längst gegangen sind.
„Aus dem Schreibgiebel" – Eine neue Rubrik entsteht
Klaus Huber hat eine Idee, die uns begeistert: Künftig sollen seine Beiträge unter dem Titel „Aus dem Schreibgiebel" erscheinen – als wiederkehrende Rubrik, die den Leser direkt in sein kreatives Refugium mitnimmt.
Dazu plant er, uns bei einem nächsten Besuch ein Foto zu ermöglichen: Klaus Huber an seinem kleinen Schreibtisch im Giebel, dort, wo die Verse entstehen. Dieses Bild soll dann als Erkennungszeichen für alle kommenden Beiträge dienen.
Wir freuen uns auf diesen besonderen Einblick – und halten unsere Leser auf dem Laufenden. Bis dahin gilt: Die Gedichte aus dem Schreibgiebel finden ihren Weg zu uns. Und wir geben sie weiter.