Bildnachweis: © DRK OV Ettenheim/Altdorf
Seit 2021 schliessen ehrenamtliche Ersthelfer die entscheidende Lücke zwischen Notruf und Rettungswagen, über 1.824 Einsätze in fünf Jahren, ein Einsatzgebiet mit knapp 40.000 Menschen und ein Team, das vollständig auf Spenden angewiesen ist
Ettenheim. apg. Es ist der Moment, in dem der Rettungswagen noch unterwegs ist und die erste Minute über alles entscheidet. Genau für diesen Moment wurden sie gegründet: die Helfer vor Ort (HvO) des DRK-Ortsvereins Ettenheim/Altdorf. In diesen Tagen feiern sie ihr fünfjähriges Bestehen - und eine Bilanz, die zeigt, wie unverzichtbar ein solches Ehrenamt sein kann.
Als Alexander Hanke die Idee zur HvO-Gruppe in Ettenheim entwickelte, gab es auch skeptische Stimmen. Ettenheim verfügt bereits über eine Rettungswache mit Rettungswagen und Notarzt - wozu also zusätzliche Ersthelfer? Die Antwort kam schnell und eindeutig: Bereits in den ersten Monaten nach der Gründung im Jahr 2021 wurde die Gruppe von der Integrierten Leitstelle nahezu täglich alarmiert. „Die ersten Monate räumten alle Zweifel schnell aus dem Weg“, erinnert sich Hanke.
Seither wurden die Ehrenamtlichen zu über 1.824 Einsätzen gerufen. Was als Projekt für Ettenheim und seine Ortsteile begann, wuchs rasch über die Stadtgrenzen hinaus. Heute umfasst das Einsatzgebiet zusätzlich Kappel-Grafenhausen, Ringsheim, Rust und Kippenheim - insgesamt können sich knapp 40.000 Menschen auf die schnelle Hilfe der Ehrenamtlichen verlassen.
Was die HvO-Kräfte leisten, ist weit mehr als klassische Laien-Ersthilfe. Das Team setzt sich aus DRK-Mitgliedern und freiwilligen Mitarbeitern des Rettungsdienstes zusammen, die ihre berufliche Fachkenntnis auch ausserhalb ihrer Dienstzeit einbringen. Ihr Auftrag: qualifizierte medizinische Erstversorgung leisten, Patienten stabilisieren und den Rettungsdienst bei seiner Ankunft umfassend informieren.
„In den vergangenen fünf Jahren konnten wir bei einer Vielzahl von Einsätzen lebenswichtige Massnahmen einleiten. Aber auch in weniger kritischen Situationen sind die Menschen dankbar, wenn schnelle Hilfe vor Ort ist.“
Swen Biller, Leiter der HvO Ettenheim
„In den vergangenen fünf Jahren konnten wir bei einer Vielzahl von Einsätzen lebenswichtige Massnahmen einleiten“, sagt Swen Biller, Leiter der HvO Ettenheim. „Aber auch in weniger kritischen Situationen sind die Menschen dankbar, wenn schnelle Hilfe vor Ort ist.“
Wie gefragt diese Hilfe ist, zeigte sich besonders während der Hitzewelle im vergangenen Juni: An einzelnen Tagen rückte das Team bis zu sechs Mal aus - und einmal sogar zu acht Einsätzen innerhalb von 24 Stunden.
Damit jede Sekunde genutzt werden kann, haben die Helfer ihre Fahrzeuge inzwischen in Eigenleistung auf Digitalfunk umgerüstet. Zusätzlich wurde ein RescueTrack-System eingebaut: Alle Einsatzinformationen gehen unmittelbar ins Fahrzeug, die Navigation führt auf dem schnellsten Weg zum Einsatzort. Wertvolle Minuten, die manchmal Leben retten.
Was viele Bürgerinnen und Bürger nicht wissen: Die Einsätze der Helfer vor Ort sind für die Betroffenen kostenlos - und werden von den Krankenkassen nicht vergütet. Alle Ausgaben für Fahrzeuge, Wartung, Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien müssen anderweitig finanziert werden. Die Städte Ettenheim und Mahlberg decken laufende Kosten anteilig - doch für Investitionen in Technik, Fahrzeuge und Ausstattung bleibt die Gruppe dauerhaft auf Spenden angewiesen.
Wer die Arbeit der HvO unterstützen oder sich selbst ehrenamtlich engagieren möchte, ist herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen.
| Wer | DRK-Ortsverein Ettenheim/Altdorf e.V. - Helfer vor Ort |
| Kontakt | Benjamin Rex, info@drk-ettenheim.de, Tel. 07822 8679481 |
| Adresse | Stückle-Strasse 7a, 77955 Ettenheim |
| Website | www.drk-ettenheim.de |
Was sind Helfer vor Ort beim DRK Ettenheim?
Die Helfer vor Ort (HvO) des DRK-Ortsvereins Ettenheim/Altdorf sind ehrenamtliche Ersthelfer mit medizinischer Fachausbildung, die bei einem Notruf noch vor dem Rettungswagen vor Ort sind und qualifizierte Erste Hilfe leisten. Das Einsatzgebiet umfasst Ettenheim, Kappel-Grafenhausen, Ringsheim, Rust und Kippenheim, insgesamt knapp 40.000 Menschen.
Wann wurde die Helfer-vor-Ort-Gruppe in Ettenheim gegründet?
Die HvO-Gruppe des DRK-Ortsvereins Ettenheim/Altdorf wurde im Jahr 2021 von Alexander Hanke gegründet und feiert 2026 ihr fünfjähriges Bestehen. Seit dem Start wurden die Kräfte zu über 1.824 Einsätzen alarmiert.
Kostet ein Einsatz der Helfer vor Ort etwas?
Nein. Für die Betroffenen sind die Einsätze kostenlos. Die Krankenkassen erstatten dem DRK die Kosten jedoch nicht. Deshalb ist die HvO-Gruppe dauerhaft auf Spenden und Förderung angewiesen, um Fahrzeuge, Ausrüstung und Technik finanzieren zu können.
Wie kann ich die Helfer vor Ort in Ettenheim unterstützen?
Per Spende oder ehrenamtlichem Engagement. Kontakt: info@drk-ettenheim.de, Tel. 07822 8679481, www.drk-ettenheim.de.
Was unterscheidet Helfer vor Ort von normalen Ersthelfern?
Helfer vor Ort sind medizinisch qualifizierte Einsatzkräfte, viele sind hauptberuflich im Rettungsdienst tätig. Sie führen professionelle Erstversorgung durch, stabilisieren Patienten und informieren den ankommenden Rettungsdienst gezielt. Sie werden über die Integrierte Leitstelle alarmiert und mit digitalem Funk sowie Navigation zum Einsatzort geführt.
Quelle: Pressemitteilung DRK-Ortsverein Ettenheim/Altdorf e.V. | Redaktion Regio-Ortenau.de