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Lahr rückt ein bisschen nach links

Lahr rückt ein bissch

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Lahr rückt ein bisschen nach links

 

(27.05.2014) Die FDP muss einen Sitz an die Linke Liste Lahr abgeben – für den Fraktionsstatus reicht’s aber trotzdem nicht.

LAHR. Vom Kräfteverhältnis und Personal her ist der neue Lahrer Gemeinderat nahezu unverändert der Alte. Die Wahlbeteiligung ist noch einmal auf 36,9 Prozent abgesackt. 2009 hatte man bei 38,1 Prozent bereits geglaubt, einen Tiefststand erreicht zu haben. CDU und SPD sind weiter mit acht Sitzen im neuen Rat vertreten, Freie Wähler und Grüne ebenso unverändert mit sieben beziehungsweise vier Sitzen. Die FDP muss einen Sitz an die Linke Liste Lahr abgeben, die künftig zwei Vertreter stellt.

Neu dabei
Zwei neue Gesichter verstärken die SPD-Fraktion: Diana Frei (35), die Mietersheimer Ortsvorsteherin, die auf Listenplatz zwei gestartet war und das viertbeste Ergebnis für sich verbuchen konnte und Norbert Bühler (58), der Ortsvorsteher von Kuhbach. Bei der CDU hat es Harald Günther (Jahrgang 1957) in den Gemeinderat geschafft. Auf Anhieb ist Marlies Llombart (Jahrgang 1956), die Vorsitzende des Freundeskreises Lahr-Alajuela, in den Gemeinderat gewählt worden. Sie hatte auf Platz zwei auf der Liste der Freien Wähler kandidiert. Pfarrerin Miriam Waldmann (34) wird das Quartett der Grünen vervollständigen. Dort will sie sich besonders für Familien und eine ökologische Lebensführung stark machen. Die Altenpflegerin Sonja Rehm zieht für die Linke Liste in den Gemeinderat ein.

Nicht mehr dabei
Peter Ackermann (CDU), seit 1988 Mitglied des Lahrer Gemeinderats mit den Schwerpunkten Stadtentwicklung, Bausachen und Verkehr, wird überraschenderweise dem neuen Gemeinderat nicht mehr angehören. Sigrid Lettau (SPD), die für den verstorbenen Alfred Baum ins Gremium nachgerückt war, hat das Quorum für einen erneuten Einzug ebenso verfehlt wie Hanne Kaiser-Munz von den Grünen. Vorab auf eine Wiederwahl verzichtet hatten bekanntlich Traudel Bothor (FW), Monika Schmidt (SPD) und Hermann Hauer (FDP).

Vertane Chancen
Nicht genutzt haben die Wählerinnen und Wähler die Möglichkeit, das Gremium weiblicher, jünger und multikultureller zu gestalten. Dem neuen 32-köpfigen Gremium gehören unverändert neun Frauen an. Der 18-jährige Tunahan Yildirim, der auf Listenplatz 13 bei der SPD gestartet war und als Einziger mit Kopfplakat für sich werben durfte, landete immerhin auf einem respektablen zwölften Platz. Keine Chance hatten auch die Kandidaten aus der früheren Sowjetunion – möglicherweise ein Indiz, dass den Versuchen, diese Bevölkerungsgruppe für die Wahlen zu gewinnen, auch diesmal kein Erfolg beschieden war.

Stimmenkönige, Platzhirsche
Walter Caroli musste seinen Platz als Stimmenkönig an Eberhard Roth abgeben. Der konnte 7402 Stimmen auf sich vereinen, Caroli 7161. Auf den weiteren Plätzen folgte Roland Hirsch (6629), Rudolf Dörfler (6366) und Claus Vollmer (4519). Einmal mehr sind im neuen Gemeinderat die Ortsteile stark vertreten. Allein sechs Ortsvorsteher vertreten dort auch die Interessen ihrer Wohnorte.

Die Wahlbezirke
Generell gilt der Befund: Zur schlechten Gesamtwahlbeteiligung hat maßgeblich die Kernstadt beigetragen. Beteiligungen von 18,96 % in der Eichrodtschule oder 12,95 % in der Schutterlindenbergschule sind die Ausrutscher nach unten. Dem stehen Kuhbach 2 (66,48 %) oder Hugsweier 2 (59,47 %) entgegen. Die SPD kommt im Max-Planck-Gymnasium (Südstadt 2) auf 31,61 %, in der Otto-Hahn-Realschule (Dinglingen Ost 2) so gar auf 34,02 %. Eine starke Bastion hat sie auch in Mietersheim. Die CDU kann in der Altstadt 1 (30,15 %) und Dinglingen Ost (33,74 %) punkten. Starke Bastionen haben die Freien Wähler traditionell in den Ortsteilen. Reichenbach mit über 30 Prozent und – nicht verwunderlich – Kippenheimweiler (40,46 %) sind hier die Hochburgen. Die Grünen erzielten ihre besten Ergebnisse in der Lahrer Kernstadt mit Werten von deutlich über 20 %, in den Ortsteilen waren zum Teil nur einstellige Prozentwerte zu holen. Ebenfalls in der Kernstadt findet die FDP nach wie vor ihr Wählerpotenzial. 17,26 % etwa in der Eichrodtschule sprechen eine deutliche Sprache. In Hugsweier mussten sie sich mit mageren 2,89 % begnügen. Ein starkes Reservoir haben sie zudem bei den Briefwählern (12,69%). Bleibt die Linke Liste Lahr. Im Max-Planck-Gymnasium kommt sie auf 13,05 % – in Reichenbach gerade mal auf 1,79 %.


DIE WAHL IN ZAHLEN

SPD: 25,32 % CDU: 25,12% Freie Wähler: 22,26 % Grüne: 13,79% FDP: 8,41 % Linke Liste Lahr: 5,09%