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#RegioGespräch: 5+1 Fragen an Bernd Bruder, Bürgermeister von Ohlsbach

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#RegioGespräch: 5+1 Fragen an Bernd Bruder, Bürgermeister von Ohlsbach

 

Von Andreas Peter Geng (apg) im Januar 2026

Ohlsbach auf einen Blick

Einwohner ca. 3.400
PLZ 77797
Lage Kinzigtal, zwischen Offenburg und Gengenbach
Bürgermeister Bernd Bruder (seit 2012)
Wahlergebnis 2020 99,12 %
Besonderheit Schuldenfreie Gemeinde
Website www.ohlsbach.de

Wappen Gemeinde OhlsbachEs gibt Wahlergebnisse, bei denen man zweimal hinschaut. 99,12 Prozent Zustimmung - das ist kein Tippfehler, das ist Vertrauen. Bernd Bruder, seit 2012 Bürgermeister der Weinbaugemeinde Ohlsbach im Kinzigtal, wurde mit diesem bemerkenswerten Ergebnis im Amt bestätigt. Grund genug, den Auftakt unserer neuen Serie „5+1 Fragen an die Bürgermeister der Ortenau" mit einem Anruf in Ohlsbach zu machen.

Am Telefon erwartet mich ein Mann, der - das merkt man schnell - sein Dorf nicht nur verwaltet, sondern lebt. „Ich bin hier gross geworden, war beruflich ein wenig unterwegs, aber eigentlich immer vor Ort. Die Leute kennen mich, und ich kenne sie", sagt Bruder. Das klingt nach Heimat, nach Verwurzelung. Und nach einem Bürgermeister, der weiss, wo der Schuh drückt - oder wo das Wasserrohr bricht.

Frage 1: Herr Bruder, beschreiben Sie uns einen typischen Dienstag um 10 Uhr - was liegt auf Ihrem Schreibtisch?

Bernd Bruder schmunzelt. „Ich sage immer: das organisierte Chaos. Grundsätzlich ist es so, dass eigentlich jeder Tag anders läuft, als man es sich geplant hat. Meistens geht es schon morgens relativ zeitig los, dass irgendwas auf den Tisch kommt, mit dem man nicht gerechnet hat."

Ein Beispiel? Kurz vor Weihnachten wurde im neuen Kindergarten ein Wasserschaden entdeckt - natürlich übers Wochenende passiert, natürlich am Montagmorgen gemeldet. „Da weiss man dann schon, dass die Restwoche auch anders läuft, als man gehofft hat."

Der Dienstag als Wochentag sei oft Sitzungstag - Kreistag, Gremien, Termine ausserhalb. Montag hingegen ist der Tag, an dem man versucht, „alles zum Laufen zu bringen". Was Bruder an seinem Beruf besonders schätzt: „Man ist sehr breit aufgestellt. Es wird einem nie langweilig - das kann ich jedem versprechen, der sich für das Amt interessiert."

Frage 2: Was steht 2026 ganz oben auf Ihrer Agenda für Ohlsbach?

Neujahr 2026„Vom Fachlichen her ist natürlich das Thema Ganztagsbetreuung in der Grundschule das grosse Thema", erklärt Bruder. Organisatorische Umsetzung, bauliche Veränderungen, Fördermittel - die Gemeinde kämpft darum, den Kindern möglichst optimale Bedingungen zu bieten.

Doch der Bürgermeister denkt weiter: „Was ich mir wirklich wünsche, ist, dass das gute Miteinander zwischen den Vereinen so bleibt, wie wir es in den vergangenen zwei Jahrzehnten aufgebaut haben. Dass man einander unterstützt und hilft."

Ohlsbach kann sich sehen lassen: Die Musik- und Trachtenkapelle zählt rund 65 Aktive, die Fussballer haben den Aufstieg geschafft, der Turnverein ist der grösste Verein im Ort, und selbst die neue Pumptrack-4Cross-Radsportanlage hat bereits 150 Mitglieder. „Wir haben auch sehr viele Ehrenamtliche", ergänzt Bruder, „gerade im Bereich der Seniorenbetreuung oder unsere Rentnergruppe, die sich um die Waldwege und Bänkle kümmert. Bei uns im Wald trifft man immer auf gepflegte Wanderwege."

Alle Vereine finden Sie hier!

Frage 3: Was wissen die wenigsten Menschen über Sie persönlich?

Kurzes Nachdenken. „In Ohlsbach kennt man mich natürlich von klein auf. Da ist es schwer, Geheimnisse zu bewahren." Aber dann fällt ihm doch etwas ein: „Vielleicht, dass ich mal Klavierunterricht hatte. Bei einer Ungarin in Gengenbach. Nach gut einem Jahr hat sie gemeint, ich wäre eher für Kraftsportarten geeignet."

„Damit war meine musikalische Karriere relativ schnell beendet." Und als der Musiklehrer im Gymnasium fragte, welches Instrument er spiele, antwortete der junge Bruder: „Handball." Das war, wie er selbst zugibt, „die falsche Antwort".

Auch als Tänzer liess er zu wünschen übrig: Bei der Bundeswehr in Bremen empfahl ihm die Tanzlehrerin nach dem dritten Mal unterschwellig aufzugeben - er müsse nichts mehr bezahlen.

Frage 4: Ihr Geheimtipp - wo in Ohlsbach muss man unbedingt gewesen sein?

„Die Kapelle Maria im Weinberg", kommt die Antwort ohne Zögern. „Fussgänglich gut erreichbar, und von dort hat man einen wunderschönen Blick ins Rheintal, Richtung Vogesen, ins Kinzigtal hoch. Man sieht sogar unsere Partnergemeinde Boersch am Odilienberg im Elsass."

Besonders empfehlenswert sei der Sonnenuntergang: „Da gibt es oft so richtig schöne Farbspiele. Rot und Gelb am Himmel - es sieht dann immer aus, als ob das Elsass brennt." Er lacht. „Wunderschön. Und man hat einen tollen Blick aufs Ortenberger Schloss. Ich sage immer: Wir haben den schöneren Blick als die Ortenberger selbst."

Wer nach dem Spaziergang einkehren möchte: Der „Rebstock" bietet griechische Küche, der „Kranz" gutbürgerliche Kost mit Übernachtungsmöglichkeit, und das „Kiwis" am Minigolfplatz - benannt nach dem Spitznamen des Besitzers Markus Kiefer - ist der neue Treffpunkt für Jung und Alt. „Da kann man hingehen, ohne sich gross zu verabreden, und trifft einfach Leute", sagt Bürgermeister Bruder.

Frage 5: Stellen Sie sich vor, die gute Fee gewährte Ihnen einen Wunsch für Ihre Gemeinde - was würden Sie sich wünschen?

Bürgermeister BruderDie Antwort kommt nachdenklich, aber bestimmt: „Dass das gute Miteinander bleibt und konstant ist. Ich glaube, das ist am meisten wert. Alles andere kriegt man irgendwie geregelt."

Ein Satz, der sitzt. Solange man miteinander spricht, kann man Lösungen finden - auf Gemeindeebene wie überall sonst.

Frage 6: Welchen Rat würden Sie einem 20-Jährigen mit auf den Weg geben?

„Sich in der Gemeinde engagieren - vereinsmässig oder sozial. Mit offenem Herzen auf die Menschen zugehen." Und beruflich? „Sich möglichst breit aufstellen."

Bruder selbst hat das vorgelebt: zwölf Jahre Bundeswehr in der Offizierlaufbahn, fünfzehn Jahre Organisationsleiter bei der Firma Markant, dann fünf Jahre als freiberuflicher Organisationsberater - bevor er 2012 das Bürgermeisteramt übernahm. „Diese Erfahrungen, die man so breit gestreut macht, die helfen einem durchs Leben."

Fazit

Bernd Bruder ist kein Bürgermeister des grossen Auftritts, sondern einer des stillen Wirkens. Einer, der morgens nicht weiss, was der Tag bringt - und trotzdem gelassen bleibt. Der lieber Handball spielte als Klavier. Und der nach fast 14 Jahren im Amt immer noch mit Herzblut dabei ist.

99,12 Prozent Zustimmung? Nach diesem Gespräch versteht man, woher die kommen.

Bleiben Sie gerne am Ball - weitere Gespräche mit Bürgermeistern der Ortenau finden Sie regelmässig auf www.regio-ortenau.de und in allen sozialen Medien.

Haben Sie einen Vorschlag, welchen Bürgermeister wir besuchen sollen? Schreiben Sie uns an redaktion@regio-ortenau.de!

Kurz zusammengefasste FAQ

Wer ist Bernd Bruder und seit wann ist er Bürgermeister von Ohlsbach?

Bernd Bruder ist seit 2012 Bürgermeister von Ohlsbach im Kinzigtal. Bei der Wiederwahl 2020 erhielt er 99,12 Prozent der Stimmen. Zuvor war er zwölf Jahre bei der Bundeswehr, fünfzehn Jahre Organisationsleiter bei der Firma Markant und fünf Jahre als freiberuflicher Organisationsberater tätig.


Was sind die grössten Themen für Ohlsbach im Jahr 2026?

Das wichtigste Thema ist die Ganztagsbetreuung in der Grundschule - mit organisatorischen, baulichen und förderrechtlichen Herausforderungen. Darüber hinaus liegt dem Bürgermeister das aktive Vereinsleben und das gute Miteinander in der Gemeinde besonders am Herzen.


Was ist der Geheimtipp von Bürgermeister Bruder in Ohlsbach?

Die Kapelle Maria im Weinberg - fussgänglich erreichbar, mit Panoramablick ins Rheintal, Richtung Vogesen, ins Kinzigtal und auf das Ortenberger Schloss. Besonders empfehlenswert bei Sonnenuntergang.


Was macht Ohlsbach als Gemeinde besonders?

Ohlsbach ist eine schuldenfreie Gemeinde mit ca. 3.400 Einwohnern im Kinzigtal zwischen Offenburg und Gengenbach. Die Gemeinde zeichnet ein aussergewöhnlich aktives Vereinsleben aus - von der Musik- und Trachtenkapelle (65 Aktive) über den Turnverein bis zur neuen Pumptrack-4Cross-Anlage mit 150 Mitgliedern. Weitere Infos: www.ohlsbach.de.


Wo kann man in Ohlsbach einkehren?

Der „Rebstock" bietet griechische Küche, der „Kranz" gutbürgerliche Kost mit Übernachtungsmöglichkeit, und das „Kiwis" am Minigolfplatz ist der neue Treffpunkt für Jung und Alt - benannt nach dem Spitznamen des Besitzers Markus Kiefer.