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#RegioFokus: Vom Knast zum Spitzenhotel – Das Hotel LIBERTY räumt doppelt ab

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#RegioFokus: Vom Knast zum Spitzenhotel – Das Hotel LIBERTY räumt doppelt ab

 

Hotel LIBERTY in Offenburg als TOP-Arbeitgeber und Hoteldirektor Christian Henninger unter den TOP 50 Hoteliers Deutschlands 2026 ausgezeichnet

Lesezeit: ca. 5 Minuten - von Andreas Peter Geng

Freiwillig ins Gefängnis? In Offenburg ist das eine ausgezeichnete Idee. Das Hotel LIBERTY, eingerichtet in einem ehemaligen Gefängnis aus dem 19. Jahrhundert, hat gleich zwei der renommiertesten Auszeichnungen der deutschen Hotellerie erhalten. Wir erzählen Ihnen, was hinter dem Erfolg steckt, und warum er die ganze Region stolz machen darf.

06.2026, Ortenaukreis, apg. „Herzliche Grüsse aus dem Knast", so signiert Christian Henninger seine E-Mails, und man liest das Schmunzeln förmlich mit. Der Managing Director des Hotel LIBERTY in Offenburg hat gerade allen Grund zur Freude: Sein Haus wurde zum zweiten Mal in Folge als TOP-Arbeitgeber im Gastgewerbe ausgezeichnet. Und er selbst zählt 2026 erneut zu den TOP 50 Hoteliers Deutschlands. Beide Ehrungen wurden im Rahmen des „Hotel-Salon" verliehen, des wichtigsten Branchentreffs der deutschen Spitzenhotellerie, den der Busche Verlag im Dorint Hotel Frankfurt/Oberursel veranstaltet.

Für Henninger gehört die Auszeichnung allerdings nicht ihm allein: „Natürlich freue ich mich über diese Ehrung. Noch wichtiger ist für mich aber, dass wir als Hotel zum zweiten Mal in Folge ausgezeichnet wurden. Das zeigt, dass wir nicht nur für unsere Gäste ein besonderer Ort sind, sondern auch für die Menschen, die täglich mit Leidenschaft und Herzblut bei uns arbeiten. Diese Auszeichnungen gehören der gesamten #LibertyGang."

Was hinter den Auszeichnungen steckt

Die Auszeichnung als TOP-Arbeitgeber ist keine Jury-Entscheidung hinter verschlossenen Türen. Sie basiert auf der Busche-Personalstudie, die unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Almut Steinbach von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Ravensburg durchgeführt wird. Die Studie erhebt auf Basis einer quantitativen Befragung die Arbeitgeberattraktivität im Gastgewerbe in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol. Es sind also die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst, die ihr Haus zum TOP-Arbeitgeber wählen, über Fragebögen zu Arbeitsbedingungen, Zufriedenheit und Unternehmenskultur. Dass das LIBERTY hier zum zweiten Mal in Folge ganz vorne steht, ist alles andere als selbstverständlich in einer Branche, die seit Jahren unter erheblichem Fachkräftemangel leidet.

Die Auszeichnung als TOP 50 Hotelier wird vom Schlummer Atlas, dem traditionsreichen Hotelführer des Busche Verlags, verliehen. Der Award würdigt laut Busche Verlag „Persönlichkeiten, die mit ihren Hotels wertvolle öffentliche Lebensräume und damit Orte der Kommunikation, der Kultur und des Miteinanders schaffen". Die Auszeichnung ist eine persönliche Ehrung und stellt kein Ranking dar, die Aufnahme in die Liste der TOP 50 erfolgt gleichrangig ohne Rangfolge, in den Kategorien Privathotellerie, Markenhotellerie und Boutiquehotellerie.

Vom Zuchthaus zum Designhotel - eine Offenburger Verwandlung

Die Geschichte des Hotel LIBERTY ist selbst schon preiswürdig. Ab 1840 wurde das Gebäude an der Grabenallee als badisches Bezirksgefängnis errichtet. Grossherzog Leopold von Baden hatte die Justizreform vorangetrieben, und sein Baudirektor Heinrich Hübsch (1795-1863), einer der bedeutendsten badischen Architekten des 19. Jahrhunderts, entwarf die Pläne. Die ersten Insassen waren keine gewöhnlichen Straftäter: In den Zellen sassen die badischen Revolutionäre, Vorkämpfer für Freiheit und Demokratie in Deutschland. Nur wenige Strassen entfernt befindet sich der berühmte Salmensaal, in dem während der Revolution von 1848/49 die „13 Forderungen des Volkes Baden" verlesen wurden.

Fast 170 Jahre lang war das Gebäude ein Ort der Unfreiheit. Nach Schliessung des Gefängnisses stand das Haus leer, bis die Brüder Christian und Dietmar Funk, ortsansässige Unternehmer, es übernahmen. Sie bestanden auf der Erhaltung des historischen Charakters, statt ihn zugunsten zusätzlicher vermietbarer Fläche zu opfern. Stattdessen entschieden sie sich für einen filigranen Glaskörper, der sich über den ehemaligen Gefängnishof erstreckt und heute Lobby, Restaurant und Bar beherbergt. Grossmann Architekten zeichneten für den Umbau verantwortlich, die Konrad Knoblauch GmbH entwickelte das Innenarchitekturkonzept für die 38 Zimmer und Suiten, jedes anders, jedes mit Respekt vor der Geschichte des Hauses gestaltet. Die massiven Mauern, die schweren Türen, die vergitterten Fenster, alles blieb erhalten, aber bekam eine neue Bedeutung.

Im Oktober 2017 eröffnete das Hotel. Das Ergebnis hat die Branche aufhorchen lassen. Die Gourmetjournalistin Gesa Noormann schrieb auf Nikos Weinwelten: „Ein Hoteljuwel, das man eher in London oder New York als in der badischen Ortenau vermuten würde." Auch der Guide Michelin wurde aufmerksam: Das LIBERTY ist im Michelin Guide mit zwei Schlüsseln gelistet, eine Auszeichnung für herausragende Hotelqualität. Das Hotel ist zudem Member of Design Hotels, einer Vereinigung, die rund 270 ausgewählte Hotels in 50 Ländern vertritt.

Nach eigenen Angaben des Hotels erhielt das LIBERTY darüber hinaus den Tripadvisor Travellers' Choice Award „Best of the Best" 2024, die World Luxury Hotel Awards als „Best Luxury Urban & Boutique Hotel" 2025 sowie die World Luxury Restaurant Awards als „Best Fine Dining Cuisine in Germany" 2025.

Warum Arbeitgeberqualität in der Hotellerie entscheidend ist

Christian Henninger weiss, dass all die Architektur und all die Designpreise wenig wert sind, wenn das Team nicht stimmt: „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sind motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unser wichtigstes Gut. Deshalb investieren wir bewusst in eine offene Unternehmenskultur, Entwicklungsmöglichkeiten und ein Umfeld, in dem sich Menschen wohlfühlen können."

Das ist mehr als eine Floskel. Die Hotellerie und Gastronomie gehören zu den Branchen, die der Fachkräftemangel am härtesten trifft. Viele Betriebe können nicht mehr alle Schichten besetzen, schliessen an einzelnen Tagen oder reduzieren ihr Angebot. In dieser Lage sind Häuser, die es schaffen, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur zu gewinnen, sondern auch zu halten, echte Leuchttürme.

Dass das Hotel LIBERTY zu diesen Leuchttürmen gehört, ausgerechnet ein Boutique-Hotel mit 38 Zimmern in Offenburg, nicht in München, Hamburg oder Berlin, ist ein bemerkenswertes Signal für die gesamte Region.

Was das für die Ortenau bedeutet

Offenburg ist nicht die erste Stadt, die einem einfällt, wenn man an die deutsche Spitzenhotellerie denkt. Umso bemerkenswerter ist es, dass das LIBERTY mittlerweile regelmässig in einer Liga mit den grossen Häusern der Republik genannt wird. Für die Ortenau ist das doppelt wichtig: als touristisches Aushängeschild und als Beweis, dass Unternehmenskultur und Arbeitgeberqualität keine Frage der Unternehmensgrösse oder des Standorts sind.

Die Christian Funk Holding, die hinter dem LIBERTY steht, ist ein Offenburger Familienunternehmen. Die Wertschöpfung bleibt in der Region, die Arbeitsplätze sind vor Ort, die Gäste, ob Geschäftsreisende oder Touristen, erleben Offenburg von einer Seite, die viele nicht erwartet hätten.

Ein Ort der Freiheit - im doppelten Sinne

Es hat eine gewisse Poesie, dass ausgerechnet das Gefängnis, in dem einst Freiheitskämpfer einsassen, heute ein Ort ist, an dem Menschen freiwillig einchecken. „Liberty is the key to feel free", so lautet das Motto des Hauses. Es gilt offensichtlich nicht nur für die Gäste, sondern auch für das Team.

Sie kennen das Hotel LIBERTY bislang nicht? Dann wird es höchste Zeit für einen Besuch, ob für eine Übernachtung, einen Drink in der STRAFBAR oder eines der regelmässigen Events. Alle Informationen finden Sie unter www.hotel-liberty.de. Und falls Sie in der Gastronomie oder Hotellerie arbeiten und wissen wollen, wie ein Arbeitgeber aussieht, der seine Auszeichnung verdient: Schauen Sie sich das LIBERTY einmal von innen an. Es könnte sein, dass Sie freiwillig bleiben wollen.

Quellen: Pressemitteilung Hotel LIBERTY / Christian Funk Holding GmbH & Co. KG, Juni 2026 | hotel-liberty.de | hotel-salon.de/top50-hoteliers | busche-studie.de | knoblauch.eu | guide.michelin.com | nikos-weinwelten.de (Gesa Noormann, Oktober 2023) | ravensburg.dhbw.de

Kurz zusammengefasste FAQ

Welche Auszeichnungen hat das Hotel LIBERTY 2026 erhalten?

Das Hotel LIBERTY in Offenburg wurde zum zweiten Mal in Folge als TOP-Arbeitgeber im Gastgewerbe ausgezeichnet. Hoteldirektor Christian Henninger zählt zudem 2026 erneut zu den TOP 50 Hoteliers Deutschlands. Beide Ehrungen wurden im Rahmen des Branchentreffs „Hotel-Salon" des Busche Verlags verliehen.


Was ist das Besondere am Hotel LIBERTY in Offenburg?

Das LIBERTY ist in einem ehemaligen badischen Bezirksgefängnis aus dem 19. Jahrhundert eingerichtet. Beim Umbau blieben Mauern, Türen und vergitterte Fenster erhalten, ergänzt durch einen Glaskörper über dem früheren Gefängnishof. Das Haus zählt zu den Design Hotels und ist im Michelin Guide mit zwei Schlüsseln gelistet.


Wie kommt die Auszeichnung als TOP-Arbeitgeber zustande?

Grundlage ist die Busche-Personalstudie unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Almut Steinbach (DHBW Ravensburg). Befragt werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst zu Arbeitsbedingungen, Zufriedenheit und Unternehmenskultur. Es ist also keine reine Jury-Entscheidung, sondern das Urteil der Belegschaft.


Wo befindet sich das Hotel LIBERTY und wie kann man es besuchen?

Das Hotel LIBERTY liegt an der Grabenallee in Offenburg. Möglich sind eine Übernachtung in einem der 38 Zimmer und Suiten, ein Drink in der Bar STRAFBAR oder der Besuch eines der regelmässigen Events. Alle Informationen unter www.hotel-liberty.de.


Wer steht hinter dem Hotel LIBERTY?

Hinter dem LIBERTY steht die Christian Funk Holding, ein Offenburger Familienunternehmen. Die Brüder Christian und Dietmar Funk übernahmen das leerstehende Gefängnis und liessen es zum Designhotel umbauen, das im Oktober 2017 eröffnete.