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Sommer mit Baby: Wenn die Sonne mehr Fragen aufwirft als Antworten

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Nadja Meffert Hebamme

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Sommer mit Baby: Wenn die Sonne mehr Fragen aufwirft als Antworten

 

30 Grad, pralle Sonne, der erste Sommer zu dritt. Marie packte die Sonnencreme ein - aber welche? Und ab wann? Und darf das Baby Wasser trinken? Klare Antworten auf die häufigsten Sommer-Fragen junger Eltern.

Marie stand im Drogeriemarkt und starrte auf ein Regal voller Sonnencremes. LSF 30, LSF 50, speziell für Babys, mineralisch, chemisch, wasserfest, parfümfrei. Hinter ihr schrie ihr drei Monate alter Sohn Ben aus dem Kinderwagen. Neben ihr eine ältere Dame, die sagte: „Lassen Sie das Kind ruhig ein bisschen Sonne abbekommen. Das brauchen die."

Marie griff nach irgendeiner Creme, legte sie wieder hin und rief Nadja an.

Die wichtigsten Fragen - und klare Antworten

Nadja war das gewohnt. Der erste Sommer mit Baby bringt eine Flut von Unsicherheiten. Und zu viele gut gemeinte Ratschläge von allen Seiten.

Sie nahm sich Zeit.

Sonnencreme - ab wann und welche?

„Babys unter sechs Monaten gehören grundsätzlich nicht in direkte Sonne", sagte Nadja. „Die Haut ist noch so dünn, dass sie kaum Schutz bietet. Schatten, leichte Kleidung und eine Mütze sind in diesem Alter die beste Sonnencreme."

Ab dem sechsten Monat empfiehlt Nadja ausschliesslich zertifizierte Naturkosmetik mit Zinkoxid als einzigem mineralischen UV-Filter - ohne chemische Filtersubstanzen, ohne Titandioxid, ohne Parfüm, ohne Konservierungsmittel. Wer ganz auf der sicheren Seite sein möchte, schaut nach Produkten mit Naturkosmetik-Zertifizierung, etwa von Natrue, BDIH oder Demeter. Noch besser: Im Reformhaus oder Bio-Fachhandel gibt es speziell für Babys entwickelte Sonnencremes auf rein pflanzlicher Basis, deren Inhaltsstoffe vollständig nachvollziehbar sind. LSF 50 oder höher - und grosszügig auftragen.

„Und bitte: Nicht erst auftragen, wenn Ihr schon in der Sonne seid. Mindestens 20 Minuten vorher."

Darf das Baby Wasser trinken?

„Das ist eine der Fragen, die ich am häufigsten höre", lächelte Nadja. „Und die Antwort überrascht viele: Gestillte Babys benötigen in den ersten sechs Monaten kein zusätzliches Wasser. Auch nicht im Sommer, auch nicht bei 35 Grad."

Muttermilch besteht zu über 80 Prozent aus Wasser und passt sich dem Bedarf des Babys an. Wenn es heiss ist, will das Baby häufiger trinken - und die Mutter produziert automatisch dünnere, wasserreichere Milch.

„Bei Flaschenkindern kann man ab etwa dem vierten Monat in grosser Hitze kleine Mengen abgekochtes, abgekühltes Wasser anbieten. Aber nicht erzwingen."

Wann ist es zu heiss?

Babys können ihre Körpertemperatur noch nicht gut regulieren. Zeichen, dass es dem Baby zu warm ist: feuchtes Haar, gerötete Haut, Unruhe, weniger nasse Windeln als sonst.

„Kühle Räume, feuchte Tücher an Handgelenken und Stirn, ruhiges Umfeld", sagte Nadja. „Und wenn das Baby apathisch wirkt, kaum noch trinkt oder mehr als sechs Stunden keine nasse Windel hatte: sofort zum Arzt."

Die Hitze-Regeln des ersten Sommers

Nadja hatte klare Faustregeln:

Zeiten meiden: Zwischen 11 und 15 Uhr gehören Babys nicht in die Sonne - egal mit welchem Schutz.

Kleidung denken: Leichte, helle Baumwolle schützt besser als jede Creme. Ein dünner Sonnenhut mit Nackenschutz ist Pflicht.

Kinderwagen überdenken: Viele Kinderwagen heizen sich unter einer Decke dramatisch auf. Besser: Musselin-Tuch als Sichtschutz, der Luft durchlässt - und niemals eine normale Decke über den Wagen hängen.

Badewasser prüfen: Bei Planschbecken im Garten die Wassertemperatur beachten. Zu kaltes Wasser schadet, zu warmes, stehendes Wasser wird zur Keimschleuder.

Der Moment, der zählt

Marie rief Nadja von der Drogerie aus an und bekam klare Antworten. Sie legte die Sonnencreme zurück, kaufte eine mineralische mit LSF 50 und ein dünnes Musselincover für den Kinderwagen.

Drei Stunden später sass sie im Schatten des Gartens, Ben schlief im Wagen. Die Sonne wärmte den Nachmittag. Es war ihr erster echter Sommer-Moment als Mutter.

„Ich dachte, ich muss das alles wissen", erzählte sie Nadja danach. „Aber ich musste nur wissen, wen ich fragen kann."

Hast Du Fragen zum ersten Sommer mit Baby? Ruf an, schreib eine Nachricht oder komm vorbei. Dafür ist Deine Hebamme da - auch für die Fragen, die vor dem Sonnencreme-Regal entstehen.