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30 Motorräder, ein Ziel – Benefizfahrt bringt 2.100 € für kranke Kinder

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30 Motorräder, ein Ziel – Benefizfahrt bringt 2.100 € für kranke Kinder

 

Was Eltern durchmachen, wenn ihr Neugeborenes plötzlich schwere epileptische Anfälle erleidet, kann man nur erahnen. Was aus tiefer Dankbarkeit nach gelungener Behandlung entstehen kann, zeigt eine besondere Benefizfahrt: 30 Motorräder, eine Tour von Freiburg nach Kork und ein Spendenscheck über 2.100 €.

15.07.2026, Ortenaukreis, apg. Ein ungewöhnliches Bild bot sich an einem Samstag vor der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche der Diakonie Kork: 30 Motorräder fuhren auf das Klinikgelände und reihten sich dort für den Abschluss einer besonderen Tour auf. Die Fahrerinnen und Fahrer, manche in Lederkutten, manche in Textiljacken, alle mit der gleichen Überzeugung, waren gemeinsam von Freiburg nach Kork unterwegs gewesen. Ihr Ziel: Gutes tun. Am Ende der Fahrt überreichten sie einen symbolischen Spendenscheck über 2.100 € an die Kinderklinik.

Wenn das eigene Kind im kĂĽnstlichen Koma liegt

Hinter der Benefizfahrt steht eine persönliche Geschichte, die unter die Haut geht. Organisator Heiko Diesslin, in der Motorradszene unter dem Namen „Heidebei“ bekannt, hat einen sehr konkreten Grund für sein Engagement. Direkt nach der Geburt seines Sohnes hatten schwere epileptische Anfälle das Leben seiner Familie auf den Kopf gestellt. Zwei Monate lag das Kind im Krankenhaus, zeitweise sogar im künstlichen Koma. Trotz intensiver Behandlung konnte zunächst niemand die Ursache der Erkrankung finden.

Erst im Epilepsiezentrum Kork kam die entscheidende Wende.

„Bereits beim ersten Gespräch hatte der behandelnde Arzt den richtigen Verdacht, der sich später bestätigte und den Weg für die passende Therapie ebnete“, erzählt Diesslin. „Heute ist unser Sohn ein glückliches, lebensfrohes und medikamentenfreies Kind. Ohne die Hilfe und das Fachwissen in Kork wäre sein Weg wahrscheinlich ganz anders verlaufen.“

Aus dieser tiefen Dankbarkeit entstand der Wunsch, etwas zurĂĽckzugeben. Nicht mit einer einfachen Ăśberweisung, sondern mit einer Aktion, die Aufmerksamkeit schafft und andere mitreisst.

Gemeinsam fahren. Gemeinsam helfen.

Unter genau diesem Motto setzte Diesslin seine Idee in die Tat um, mit Unterstützung der „Schwarzwaldjäger“ und „Duke Bodensee“, einer Gemeinschaft von Motorradfahrern aus dem Südwesten und der Bodenseeregion. Die Resonanz war beeindruckend: Motorradbegeisterte aus ganz Baden-Württemberg, von der Bodenseeregion bis zur südlichen Weinstrasse in Rheinland-Pfalz, schlossen sich der Tour an. Ihr Grund war so einfach wie überzeugend: Sie wollten etwas Gutes tun.

Die Benefizfahrt zum Epilepsiezentrum Kork war die erste gemeinsame Aktion dieser Art und soll den Auftakt für eine langfristige Hilfsinitiative bilden. Was als persönliche Dankbarkeit begann, könnte also der Startschuss für eine Tradition werden.

Ein Zentrum, das Leben verändert

Das Epilepsiezentrum Kork ist eines der führenden Zentren für Menschen mit Epilepsie in Deutschland. Gegründet 1967, verfügt es heute über 121 stationäre Betten, davon 46 in der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche. Hier können Patientinnen und Patienten unter 18 Jahren sowohl stationär als auch ambulant behandelt werden. Neben der Kinderklinik umfasst das Zentrum eine Epilepsieklinik für Erwachsene mit 50 Betten sowie die Séguin-Klinik für Menschen mit schwerer geistiger Behinderung mit 25 Betten. Im Bereich Wohnen betreut die Diakonie Kork darüber hinaus 337 Menschen.

GegrĂĽndet 1967
Stationäre Betten gesamt 121
Kinder- und Jugendklinik 46 Betten
Erwachsenenklinik 50 Betten
Séguin-Klinik 25 Betten
Spendensumme Benefizfahrt 2.100 €

Die Zahlen zur Erkrankung machen deutlich, wie wichtig Einrichtungen wie das Epilepsiezentrum sind: In Deutschland leben rund 800.000 Menschen mit einer diagnostizierten Epilepsie, darunter etwa 51.000 Kinder und Jugendliche. Statistisch betrachtet ist eines von 200 Kindern betroffen. Die gute Nachricht: Epilepsien im Kindesalter sind häufig behandelbar, manchmal verschwinden sie nach der Behandlung sogar vollständig, so wie bei Diesslins Sohn.

Das Epilepsiezentrum Kork verfügt über besondere Expertise im Bereich therapieschwieriger Epilepsien und der epilepsiechirurgischen Abklärung. Gemeinsam mit den Hôpitaux Universitaires de Strasbourg arbeitet es im Rahmen des grenzüberschreitenden SEEK-Projekts (Strassburg Epileptologie Eurodistrikt Kork) an einer besseren Versorgung von Epilepsiepatienten am Oberrhein. Auch eine eigene Klinikschule, eine Epilepsieberatungsstelle und ein Epilepsiemuseum gehören zum Angebot.

Die Diakonie Kork, Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Kehl-Kork und vertreten durch den Vorstand Pfarrer Frank Stefan und Martin Heimann, ist Mitglied im Diakonischen Werk der Evangelischen Landeskirche in Baden. Sie begleitet Menschen in allen Lebenslagen, von der medizinischen Versorgung über die Hanauerland Werkstätten bis zu Wohnangeboten.

Warum solche Aktionen wichtig sind

Die 2.100 €, die bei der Benefizfahrt zusammenkamen, sind ein Zeichen dafür, dass Menschen, die selbst erfahren haben, was gute medizinische Versorgung bewirken kann, bereit sind, anderen zu helfen. Sie sind ein Signal an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik, dass ihre Arbeit gesehen und geschätzt wird. Und sie sind, vielleicht am wichtigsten, ein Zeichen der Hoffnung für Eltern, die gerade in einer ähnlichen Situation stecken wie Heiko Diesslin vor einigen Jahren.

Die Diakonie Kork und insbesondere die Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche haben sich sehr über diese Unterstützung gefreut. Die Benefizfahrt soll keine einmalige Sache bleiben. Wer weiss, vielleicht sind es beim nächsten Mal schon 50 Motorräder.

Übrigens: Am 25. Juli 2026 feiert die Diakonie Kork ein grosses Jubiläumsfestival. Eine gute Gelegenheit, das Gelände und die Arbeit des Epilepsiezentrums kennenzulernen. Weitere Informationen unter www.diakonie-kork.de.

Sie kennen Menschen, die von Epilepsie betroffen sind? Oder möchten Sie die Arbeit der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche unterstützen? Informationen zu Spendenmöglichkeiten finden Sie auf der Website der Diakonie Kork. Und wenn Sie Motorradfahrerin oder Motorradfahrer sind und bei der nächsten Benefizfahrt dabei sein wollen: halten Sie die Augen offen. Die Schwarzwaldjäger und Duke Bodensee planen bereits weiter.

Kurz zusammengefasste FAQ

Wie viel Geld kam bei der Benefizfahrt zusammen?

2.100 €. Der symbolische Spendenscheck ging an die Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche der Diakonie Kork.


Wer hat die Benefizfahrt organisiert?

Heiko Diesslin, in der Motorradszene als „Heidebei“ bekannt, mit Unterstützung der „Schwarzwaldjäger“ und „Duke Bodensee“. Sein Sohn wurde im Epilepsiezentrum Kork behandelt.


Welche Strecke fuhren die Motorräder?

Von Freiburg nach Kork. 30 Motorräder erreichten das Klinikgelände.


Wie gross ist das Epilepsiezentrum Kork?

121 stationäre Betten, davon 46 in der Kinder- und Jugendklinik, 50 in der Erwachsenenklinik und 25 in der Séguin-Klinik. Gegründet wurde es 1967.


Wie viele Kinder in Deutschland sind von Epilepsie betroffen?

Etwa 51.000 Kinder und Jugendliche, statistisch eines von 200 Kindern. Insgesamt leben rund 800.000 Menschen in Deutschland mit einer diagnostizierten Epilepsie.


Wird es weitere Benefizfahrten geben?

Ja, die Fahrt soll der Auftakt für eine langfristige Hilfsinitiative sein. Die Schwarzwaldjäger und Duke Bodensee planen bereits weiter.

Fotos: Diakonie Kork | Quelle: Pressemitteilung Diakonie Kork / Redaktion: Andreas Peter Geng [apg]
Bildnachweis: © Diakonie Kork