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Der erste Schnupfen ist kein Feind: Hebamme Nadja ĂĽber Babys ersten Infekt

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Nadja Meffert Hebamme

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Der erste Schnupfen ist kein Feind: Hebamme Nadja ĂĽber Babys ersten Infekt

 

PLATZHALTER Bildnachweis: Ki generiert

Das Baby schnieft zum ersten Mal. Der Kinderarzt sagt: „Abwarten.“ Mama googelt und findet 300 Tipps. Eine Geschichte über das erste Mal krank sein - und was wirklich hilft.

Es fing mit einem kleinen Schniefen an. Fast niedlich, fand Clara. Bis sie nachts um zwei aufwachte und ihr fĂĽnf Monate alter Ben so verstopft klang, als wĂĽrde er durch eine nasse Socke atmen.

Clara sass aufrecht im Bett, Herz racing. Sie tippte in ihr Handy: „Baby Schnupfen was tun“. 847.000 Ergebnisse. Nasenspray, Kopfkissen höher, Salzlösung, Zwiebelsäckchen, Dampfbad, bloss kein Dampfbad. Sie klappte das Handy zu.

Am nächsten Morgen rief sie Nadja an.

Das Immunsystem lernt

„Wann hat er das erste Mal andere Kinder getroffen?“, fragte Nadja.

„Beim Krabbeltreff letzte Woche.“

„Dann hat sein Immunsystem jetzt seinen ersten Schultag“, sagte Nadja ruhig. „Das ist keine Katastrophe, es ist Entwicklung und wichtig.“

Sie erklärte: „Ein Baby kommt mit einem Leihimmunsystem zur Welt - den Antikörpern der Mutter. Die schützen in den ersten Monaten. Aber eines Tages muss das eigene Immunsystem lernen, selbst zu kämpfen. Das geht nur durch Kontakt. Durch Viren und Bakterien, die es kennenlernen und besiegen muss.“

Clara seufzte. „Heisst das, ich muss einfach zugucken?“

„Nein“, sagte Nadja. „Du darfst helfen. Aber behutsam.“

Was Nadjas Naturapotheke hergibt

Nadja schwört auf einfache, bewährte Mittel - und auf das Weglassen von allem, was ein kleines Baby nicht braucht.

Meersalz-Nasentropfen: Sanft, ohne Zusätze, lösen Schleim und helfen dem Baby zu atmen. Keine abschwellenden Nasensprays für Säuglinge - die Nebenwirkungen überwiegen den Nutzen.

Kopfende leicht erhöhen: Eine zusammengerollte Decke unter die Matratze - nicht unter das Kopfkissen - hilft beim Schlafen.

Zwiebel: Die alte Hausapotheke hat recht. Eine halbierte Zwiebel neben das Bettchen gestellt - die ätherischen Öle wirken antiseptisch und schleimlösend. Kein Direktkontakt, kein Säckchen auf der Haut.

Thymian: Als Tee fĂĽr die stillende Mutter, dessen Wirkstoffe ĂĽber die Muttermilch weitergegeben werden. Oder als Brustsalbe fĂĽr das Baby, dĂĽnn aufgetragen - sofern keine Allergie besteht.

Wärme und Nähe: „Das ist das Wichtigste“, sagte Nadja. „Ein krankes Baby benötigt Körperkontakt. Tragen, halten, schmusen. Das klingt selbstverständlich - aber ich sage es trotzdem, weil manche Eltern denken, sie sollen Abstand halten, damit sie sich nicht anstecken.“

Sie lächelte. „Du hast Dich längst angesteckt, bevor er schnieft. Sei einfach nah.“

Wann zum Arzt?

„Das ist die Frage, die ich am meisten höre“, sagte Nadja. „Und ich beantworte sie lieber einmal zu oft als einmal zu wenig.“

Klare Zeichen, die nicht warten sollten:

Fieber ĂĽber 38,5 Grad bei einem Baby unter drei Monaten - sofort zum Arzt. Atemnot, schnelle flache Atmung, blaue Lippen. Wenn das Baby kaum noch trinkt. Wenn der Schnupfen nach zehn Tagen nicht besser wird oder Fieber dazukommt.

„Dein Bauchgefühl zählt“, sagte Nadja. „Wenn etwas nicht stimmt, geh. Kein Kinderarzt nimmt es Dir übel, wenn Du zu früh kommst.“

Ben nach einer Woche

Ben schniefte noch. Aber er trank gut, schlief - wenn auch lauter als sonst - und lächelte Clara morgens an wie immer.

Clara hatte eine Nacht lang nicht geschlafen und drei Tage lang zu viel gegoogelt. Aber sie hatte auch gelernt: Der erste Schnupfen ist kein Feind. Er ist der Anfang von einem starken Immunsystem.

„Mein Baby hat seinen ersten Kampf gewonnen“, erzählte sie Nadja stolz.

„Euer erster Kampf“, korrigierte Nadja. „Ihr habt ihn zusammen gewonnen.“

Hat Dein Baby seinen ersten Schnupfen? Bleib ruhig, bleib nah - und ruf an, wenn Du unsicher bist. DafĂĽr ist Deine Hebamme da. Auch fĂĽr das kleine Schniefen um zwei Uhr nachts.

Du hast Fragen - oder möchtest einfach nur reden? Nadja ist für Dich da - per Telefon unter 0170 552 77 08, per WhatsApp oder per Mail an nadja.meffert@web.de. Ganz unkompliziert, ganz persönlich - so wie eine gute Hebamme eben ist.

Text: apg.