Kompressionsstrümpfe bei 30 Grad - warum das Weglassen keine Option ist und wie der Sommer trotzdem gelingt.
Wenn die Temperaturen steigen, sinkt die Motivation für Kompressionsstrümpfe. Doch gerade im Sommer ist die Therapie unverzichtbar. Michael Schmidt erklärt, warum - und wie moderne Materialien den Unterschied machen.
Es ist ein Szenario, das Michael Schmidt von der Schmidt Wundberatung in Offenburg jedes Jahr kennt. Die Temperaturen in der Ortenau klettern Richtung 30 Grad, und pünktlich dazu häufen sich die Anrufe: „Ich mach' den Strumpf jetzt weg, das halte ich nicht mehr aus." Der Wundexperte versteht den Impuls, aber seine Antwort bleibt klar: „Ich verstehe das vollkommen. Aber weglassen ist leider keine Option - denn genau an heissen Tagen benötigen Ihre Venen die Unterstützung am meisten."
Wärme weitet die Blutgefässe. Das klingt zunächst positiv, ist für Patienten mit venösen Erkrankungen oder einem Ulcus Cruris aber ein Problem. Wenn sich die Venen weit stellen, wird das Blut langsamer transportiert, die Beine schwellen an, der Druck im Gewebe steigt. Genau dieser Druck stört die Wundheilung und fördert neue Schäden.
„Die Kompression wirkt wie ein äusseres Stützkorsett für die Vene", erklärt Schmidt. „Ohne diese Unterstützung versackt das Blut in den Beinen - das ist das Letzte, was eine chronische Wunde benötigt."
Hinzu kommt: Schweiss und Feuchtigkeit, die wir im April-Artikel bereits thematisiert haben, wirken gerade unter schlecht sitzenden oder ungeeigneten Strümpfen wie ein Beschleuniger für Hautprobleme. Das Argument „wegen der Hitze" kehrt sich damit um: Schlechte oder fehlende Kompression macht den Sommer für Betroffene erst richtig beschwerlich.
Die gute Nachricht ist: Kompressionsstrümpfe von heute haben wenig gemein mit dem, was Patienten noch vor zehn Jahren kannten. Moderne Flachstrickstrümpfe und medizinische Kompressionsstrümpfe aus Hochleistungsfasern sind deutlich atmungsaktiver, leichter und angenehmer auf der Haut.
Was heute möglich ist:
› Dünnere Materialien mit gleichwertiger medizinischer Kompression
› Feuchtigkeitstransportierende Fasern, die Schweiss nach aussen ableiten
› Offene Zehenpartien für mehr Komfort bei Wärme
› Helle und dezente Farben, die keine Sommerbeine verbergen müssen
„Wir schauen gemeinsam, welches Produkt wirklich zum Patienten passt", sagt Schmidt. „Denn wenn der Strumpf unangenehm ist, wird er nicht getragen - und das hilft niemandem."
› Morgens anlegen - bevor die Beine schwellen: Kompressionsstrümpfe immer direkt nach dem Aufstehen anlegen, wenn die Beine noch nicht geschwollen sind. Das erleichtert das Anziehen erheblich.
› Kühlende Hilfe: Strümpfe kurz vor dem Anziehen im Kühlschrank lagern - das schafft angenehme Erleichterung beim Anlegen und im ersten Trageabschnitt.
› Anziehhilfen nutzen: Bei eingeschränkter Beweglichkeit gibt es praktische Anziehhilfen, die das Anlegen deutlich vereinfachen. Die Schmidt Wundberatung berät Sie gerne.
› Hautpflege nicht vergessen: Die Haut unter dem Strumpf täglich pflegen, aber keine fetthaltigen Cremes direkt vor dem Anlegen - das verschlechtert den Halt des Strumpfes.
› Abends Beine hochlegen: Nach dem Ablegen der Kompression Beine für 20 bis 30 Minuten hochlagern. Das unterstützt den venösen Rückfluss zusätzlich.
Kompressionsstrümpfe verlieren durch Waschen und tägliches Tragen an Wirkung. Im Sommer, wenn sie häufiger gewaschen werden, kann das schneller gehen. Faustregel: Nach spätestens sechs Monaten oder wenn der Strumpf sich „ausgelappert" anfühlt, ist ein Ersatz fällig. Die Kosten werden bei entsprechender ärztlicher Verordnung von der Krankenkasse übernommen.
Fronleichnam, Sommeranfang, lange Abende in der Ortenau - der Juni hat viel zu bieten. Lassen Sie sich das nicht durch vermeidbare Komplikationen vermiesen. Mit der richtigen Kompression, angepassten Materialien und der Begleitung durch die Schmidt Wundberatung gelingt auch Patienten mit chronischen Wunden ein guter Sommer.
Wir kommen zu Ihnen - für die Anpassung, die Kontrolle und den Rat, der wirklich weiterhilft.
| Firma | Schmidt Wundberatung |
| Adresse | Am Güterbahnhof 1a, 77652 Offenburg |
„Wer den Strumpf weglässt, spart am falschen Ende. Bleiben Sie dran - Ihr Sommer wird besser damit." - Michael Schmidt
Warum sollte man Kompressionsstrümpfe im Sommer nicht weglassen?
Wärme weitet die Blutgefässe, das Blut wird langsamer transportiert und der Druck im Gewebe steigt. Genau dieser Druck stört die Wundheilung. Gerade an heissen Tagen benötigen die Venen die Unterstützung am meisten.
Wann sollte man Kompressionsstrümpfe anlegen?
Morgens direkt nach dem Aufstehen, bevor die Beine schwellen. Das erleichtert das Anziehen erheblich.
Wann ist ein neuer Strumpf fällig?
Nach spätestens sechs Monaten oder wenn der Strumpf sich „ausgelappert" anfühlt. Bei entsprechender ärztlicher Verordnung werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.
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