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Zahnen: Wenn die Nächte wieder zur Qual werden

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Nadja Meffert Hebamme

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Zahnen: Wenn die Nächte wieder zur Qual werden

 

Bildnachweis: KI-generiert

Lara dachte, die schlaflosen Nächte seien vorbei. Dann kamen die ersten Zähnchen. Eine Geschichte über Nelkenöl, Bernsteinketten - und die Kunst, einem schmerzenden Baby wirklich zu helfen.

Es lief so gut. Ben schlief vier Stunden am Stück, manchmal sogar fünf. Lara hatte wieder ein Gefühl für ihren eigenen Körper entwickelt, wachte morgens auf und dachte: Ich schaffe das.

Dann begann Ben zu sabbern wie ein Wasserfall. Zu beissen, auf allem und jedem. Zu quengeln ohne erkennbaren Grund. Und die Nächte wurden wieder so, wie Lara sie längst vergessen geglaubt hatte.

„Er zahnt“, sagte ihre Schwiegermutter am Telefon. „Kauf ihm eine Bernsteinkette.“

Lara rief Nadja an.

Was beim Zahnen wirklich passiert

„Das erste Zähnchen kommt meist zwischen dem fünften und achten Monat“, erklärte Nadja. „Aber ich sage immer: Jedes Baby hat seinen eigenen Fahrplan. Manche zahnen mit vier Monaten, manche erst mit einem Jahr. Beides ist normal.“

Was Ben gerade erlebte: Das Zahnfleisch entzündet sich leicht, während das Zähnchen sich nach oben drückt. Das drückt auf Nerven, die weit ins Gesicht ausstrahlen. Deshalb die Unruhe, das Sabbern, das Beissen auf alles Greifbare - und die Nächte, in denen der Schmerz sich aufdrängt, weil tagsüber keine Ablenkung mehr da ist.

„Das ist kein Rückschritt“, sagte Nadja. „Es ist ein Durchbruch - im wörtlichsten Sinne.“

Die Bernsteinkette

„Und was ist mit der Bernsteinkette?“, fragte Lara.

Nadja antwortete offen und klar: „Die Idee dahinter ist, dass Bernstein beim Körperkontakt Bernsteinsäure abgibt, die schmerzlindernd wirkt. Das klingt schön - aber es gibt keinen belastbaren Nachweis, dass das in messbarer Menge passiert.“

Sie machte eine kurze Pause. „Was ich aber weiss: Eine Kette um den Hals eines Säuglings ist ein Strangulationsrisiko. Ich empfehle sie nicht. Nicht weil ich Tradition nicht respektiere - sondern weil mir die Sicherheit des Babys wichtiger ist als jede Theorie.“

Was Nadjas Naturapotheke stattdessen hergibt

Lara wollte helfen - ohne Chemie, ohne Zahngel mit Betäubungsmittel.

Nadja hatte Alternativen:

KĂĽhlung: Ein feuchtes, gekĂĽhltes Waschlappen-Zipfelchen zum Beissen. Nicht eiskalt - das schadet dem empfindlichen Zahnfleisch - sondern kĂĽhlschrankkĂĽhl. Ebenso ein Beissring, der kurz im KĂĽhlschrank war.

Nelkenöl: Verdünnt mit einem Trägeröl wie Mandelöl - ein Tropfen Nelkenöl auf zehn Tropfen Mandelöl - und damit das Zahnfleisch sanft einreiben. Nelkenöl hat eine natürliche betäubende Wirkung und wird seit Jahrhunderten bei Zahnschmerzen eingesetzt. „Aber Vorsicht mit der Dosierung“, betonte Nadja. „Unverdünnt ist es zu stark für Babys.“

Kamille: Als Tee, leicht abgekĂĽhlt, auf einem sauberen Tuch aufgetupft und auf das Zahnfleisch gedrĂĽckt. Kamille wirkt entzĂĽndungshemmend und beruhigend.

Beissmassage: Die eigene saubere Fingerkuppe sanft auf das Zahnfleisch drĂĽcken und kreisen. Das Gegendruck-Prinzip - dasselbe, das Ben instinktiv beim Beissen auf alles sucht.

Nähe: „Das klingt wieder mal selbstverständlich“, sagte Nadja. „Aber ein schmerzendes Baby benötigt keinen Tipp. Es braucht Dich.“

Was man weglassen sollte

Zahngele mit dem Betäubungsmittel Lidocain sind für Säuglinge nicht empfohlen - sie können das Schlucken beeinträchtigen und in seltenen Fällen Nebenwirkungen auslösen. Homöopathische Zahngranulate sind beliebt, aber ihre Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt - hier gilt wie immer: Wer darauf vertraut, schadet damit nicht, sollte aber keine Wunder erwarten.

Laras dritter Zahn

Ben bekam innerhalb von drei Monaten vier Zähnchen. Jedes war anders - mal kaum spürbar, mal eine Woche voller Nächte.

Lara lernte, die Zeichen zu lesen. Den Speichelfluss, der Tage vorher begann. Das veränderte Beissen. Das leichte Fieber, das manchmal dazukam - nicht hoch, aber spürbar.

„Ich kenne ihn inzwischen besser als jeden Ratgeber“, sagte sie zu Nadja.

„Das“, antwortete Nadja, „ist das Ziel.“

Du hast Fragen - oder möchtest einfach nur reden? Nadja ist für Dich da - per Telefon unter 0170 552 77 08, per WhatsApp oder per Mail an nadja.meffert@web.de. Ganz unkompliziert, ganz persönlich - so wie eine gute Hebamme eben ist.

Text: apg.